Der erste Vermieter hat es sich über Nacht anders überlegt: von fast sicher zu nicht mehr vermieten wollen. Das zweite Zimmer kostete mehr als verabredet und die einzige Kommunikationssprache war Serbisch. Die dritte Wohnung war für ihren Zustand zu teuer und der Vermieter seltsam. Bei Wohnung Nummer vier in zwei Tagen war nicht klar wie hoch der (normalerweise pauschale) Nebenkostenteil für die Heizung sein wird und die Angaben schwankten zwischen 20 und 50€.
Am Ende stellte sich die einfachste der Lösungen als richtig heraus: man bezahlt, was man verbraucht, može! Lange rede großer Blödsinn Wohnung Nummer vier ist es geworden. Ganz neu hieß es und sah auch so aus. Einraum, zwei große Fenster zum Hof hinaus, Bad, Küchenzeile, Kühlschrank und Waschmaschine vorhanden. Es stellte sich jedoch heraus, dass die letzteren beiden nicht so wirklich funktionieren. Der Kühlschrank bekommt allen Anschein nach (wie auch zwei der Lampen und mind. eine Steckdose) keinen Strom und die Waschmaschine weigert sich die Wäschetrommel auch nur einen Milimeter zu drehen. Dank einer serbischen Kollegin konnte ich noch an Tag drei nach Einzug in die Wohnung den Vater der Besitzerin („der General“) und einen Elektriker in meiner Wohnung empfangen (in Serbien gibt es nämlich viele Eigentumswohnungen). Beide sprachen nur Serbisch, jetzt geht aber alles außer der Waschmaschine, die braucht Ersatzteile und das dauert…
Neben die vielen angenehmen Dingen am Wohnen in Serbien muss man auch sagen, dass die relative und absolute Abwesenheit eines Mülltrennsystems ganz und gar nicht schön ist! Die überall herumstreunenden Hunde durchwühlen dann auch noch den Müll nach Fressbarem und streiten sich dann darum, nachts- ich möchte ihnen jedesmal diese leichten Plastiktüten, die man hier immer und überall bekommt (auch trotz Stoffbeutel, da setzt man den Plastikbeutel dann einfach rein) aus den Schnauzen ziehen, aber naja…
Schön ist, dass man sich des Kinderlärms gar nicht erwehren kann. Die Kinder hier können teilweise recht lang abends auf bleiben, da die Schule im Schichtsystem stattfindet (von 8 bis 14 oder von14h bis 20h) und verbringen im Moment (24°C tagsüber) noch die meiste ihrer Freizeit an der frischen Luft, spielen, lärmen, raufen- was auch immer und niemanden stört es! So muss es sein!
Um die Kommunikation mit den Liebsten nach fast einer Woche schweigen auf den Kanälen wiederzubeleben soll auch endlich Internet ran. Da erzählt jeder etwas anderes. Richtiges, festes Internet muss angemeldet werden, das dauert ein bisschen, scheint auch nur über Jahresverträge zu gehen und kostet 15 bis 20 Flocken im Monat. Surfsticks erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, können Prepaid und im Dreimonatsvertrag auch Postpaid erworben werden. Als Ausländer (die ersten zehn male war‘s komisch so genannt zu werden, inzwischen ist es normal) darf man aber keine Verträge abschließen, man brauch jemanden, der für einen bürgt (wie bei der Aufenthaltsgenehmigung übrigens auch). Der Direktor der Schule hat diese Aufgabe zur Chefsache erklärt. Das Wichtigste könne ich ja an dem Computer im Lehrerzimmer erledigen (komplett einsehbarer Bildschirm, Facebook blockiert, von Skype ganz zu schweigen) aber immerhin Emails und Geldkram… Nach fast einer Woche in Valjevo und einen Tag nachdem der oberste Jahrgang zur Klassenfahrt nach Griechenland aufgebrochen ist bin ich nun in Besitz einen Surfsticks, juchheißassa!
Ohne Konto zu bezahlen geht im Übrigen ganz problemlos, Barzahlung ist hierzulande sehr üblich, sogar die Miete kann „Cash-auf-Kralle“ gezahlt werden. Manchmal nervt es dann aber doch ein dickes Portemonnaie voller Geldscheine zu haben, die ca. zehn cent wert sind, die will hier auch keiner so richtig haben…
Eine Miniführung durch meine erste eigene Wohnung (ein Filmchen folgt noch):
Rechts: mein Schreibtisch! links daneben mein Bücherregal, darüber die Wand mit allen, die ich eigentlich am liebsten ganz in meinen Koffer gestopft hätte.
Meine Küche! Kühlschrank, eine Pfanne, ein Topf (gekauft), ein Löffel, zwei Gabeln, drei Messer (geliehen), je zwei Teller und Schüsseln (geliehen), ein Aschenbecher und ein paar Gläser und Tassen.
Das Bad ist ein ganz normales mit Dusche usw, im Flur ist ein großer Kleiderschrank, ich brauche noch einen Stuhl, da einige Regalfächer viel zu weit oben für mich sind und, sollte die Waschmaschine je funktionstüchtig werden (in Valjevo gibts ja auch KEINEN Waschsalon), einen Wäscheständer.
Nächste Einträge über Essen usw. sind in Planung!
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