Donnerstag, 23. Februar 2012

Die letzten Male

Die letzte Woche, die letzten Male. Das letzte Mal Miete bezahlt habe ich schon vor mehreren Wochen, ich  muss aber noch ein letztes Mal zu meinem Vermieter. Heute habe ich zum letzten Mal meine Nebenkosten bezahlt. Darum bin ich nicht traurig. Hier in Serbien brauch man kein Konto, man geht mit den Rechnungen zur Post und bezahlt bar. Freundlich sind die Damen hinter dem Schalter selten.
Heute schreibe ich zum letzten Mal einen Blogeintrag von Arbeit aus, auch wenn es nicht der letzte ist, auch nicht über Serbien. Einige Programme habe ich schon von dem mir anvertrauten Computer deinstalliert. Morgen gehe ich zum letzten Mal auf Arbeit. Gestern habe ich zum letzten Mal unterrichtet. Und dann fahre ich zum letzten Mal nach Belgrad, zumindest für diesen Freiwilligendienst. 
Die Zeit ist wie immer klumpenweise vergangen und dauerte so lange, wie sie eben brauchte. Einiges lief gut, anderes nicht. Man hört ja auch nie auf zu wachsen. Heute scheint wieder die Sonne. Das Filmprojekt hat heute Abend Premiere, danach kommt es dann irgendwann irgendwie online und auch hierher.
Die Endgültigkeit macht sich breit. Die Zukunft ist un- dafür aber klar. C'est la vie!

Montag, 20. Februar 2012

Runterzählen

Vor Weihnachten habe ich mit dem Gedanken gespielt, zu verlängern. Diese Gedanken könnten im Moment nicht weiter weg sein.
Ich hatte und habe Besuch: Für eine Nacht waren die beiden OnDetoursies (Homepage momentan offline, aber auch via Facebook zu finden 'OnDetours') mit ihrem Super-Auto zu Besuch. Mit dem Töff von Deutschland nach Ostasien, Dauer: ca. 2 Jahre. Alter Falter. Und die beiden haben jetzt schon einige spannende Geschichten zu erzählen! (nach ca. drei Monaten) Ich habe ihnen mein serbisches Kaff gezeigt und dann kochten wir gemeinsam veganes Borschtsch- sehr lecker! Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen durfte ich in dem Über-Atuto auch noch bis Belgrad mitfahren!
Eine Runde im Goethe Institut und dann ging es für mich zum Flughafen. Die halbe Zweitfamilie befand sich im Landeanflug. Das gemeinsame Appartment für drei Nächte hätte nicht zentraler gelegen sein können. Von da an hieß es nur noch: lecker essen, Kultur,  genießen und beste Gesellschaft. Herzensmenschen sind doch immer die beste Medizin gegen bestehende oder sich anbahnende Stimmungstiefs!
Es folgte noch eine ganze Menge mehr Schlemmerei, eine Führung durch Belgrads Untergrund (empfehlenswert!). Sonntag Nachmittag dann Trennung für so ca 30 Stunden. Mich ruft die Arbeit, der Rest ist auf gen Norden, Novi Sad erkunden. Einschätzungen des gesamten Belgrad Aufenthalts findet Ihr hier. (Der Post danach resümiert den Novi Sad Tripp).

Und jetzt bin ich wieder auf Arbeit. Die ersten paar Stunden allein waren ganz gut. Alleinsein ist ja auch mal gut. Jetzt grenzt es schon wieder an unerträglich. In der 5-Minuten-Pause schneit eine Lehrerin rein. Gestern war ich noch rundrum glücklich, jetzt fühle ich mich wie kurz vor einer Super-Nova: erst expoldiren und dann zu einem schwarzen Loch zusammenziehen.
Die Tage sind gezählt. Ich gehe jetzt zu meinem Zen-Punkt.

Der Abendunterricht hat nach der Ankunft des Besuchs den Tag endgültig gerettet. Alle Meckerei ist vergessen und mein Lieblings-Lehrer- Nerd hat mir mein erstes Abschiedsgeschenkt überreicht: eine Flasche Slivovic. Zen-Punkt erreicht.

Freitag, 3. Februar 2012

Catching up with life can be difficult

Nis, eine Schulslava, ein neuer Boss und eine Menge Wirbel um fünf Minuten Film.

Letztes Wochenende bin ich nach Nis gefahren, wo vor kurzem noch fleißig gehandballert wurde. Es war auf jeden Fall interessant mal in den Süden des Landes zu fahren, der angeblich ein ganzes Stück ärmer ist, als der Rest. Was wir auf dem Weg dahin zu sehen bekamen waren wirklich mehr unverputze Häuser (ganz ähnlich wie im Kosovo) und ne ganze Menge Felder. Nis ist... immerhin eine richtige Stadt! Das muss man ihr zu Gute halten. Wir kamen mit dem Bus direkt auf dem Markt an- was schon ein kleiner Kulturschock war, an Reihen kleiner, wettergegerbter und gebeugter Frauen mit Kopftüchern vorbeizulaufen, die Strickwaren und Gemüse anboten. 
Im Zentrum war dann aber schnell klar, dass der Markt eben der Markt ist und der Rest der Stadt sich durchaus auch so nennen darf. Wirklich schön ist Nis deswegen aber nicht unbedingt. Ein wenig überschattet wird das ganze auch von der Tatsache, dass wir ein Hin- und Rückfahrticket in Belgrad kauften, damit aber nicht unbedingt wieder von Nis nach Belgard kamen. Grund: In Nis fährt hauptsächlich eine Busgesellschaft, bei der diese Fahrkarten nicht gültig sind. Juhu. Nach drei Stunden zusätzlichem Warten (was unsere Zeit un Nis verdoppelte) haben wir es aber dann doch noch nach Belgrad zurück geschafft.
Die Hauptmoschee von Nis


Die Hauptsynagoge

Hier haben wir die zusätzlichen drei Stunden auf einer gemütlichen Ledercouch und vor der klirrenden Kälte geschützt verbracht.

ich konnte nicht anders...

Die andere Seite...


Den Freitag vor dem Nis-Abenteuer war Schulslava. Zur Erininnerung: Slava ist die Feier des Hausheiligen. Und ja; die Schule hat auch einen. Das ganze war ein ziemlich großer festlicher Akt und mein neuer Chef hat damit auch gleich seinen Antrittsbesuch an meiner Schule gemacht.
Es wurde in der Tat ein kleiner Gottestdienst in der Aula abgehalten und die othodoxen Gesänge waren für mich ja komplett neu und schon spannen mit anzuhören (auch wenn ich natürlich keinen Ton verstanden habe). Danach gab es veganes Buffet mit Fisch und Alkohol, sogar für die Schüler und das alles im Lehrerzimmer. Wo immer eine Kamera zu sehen war, wurden die Arme umeinander gelegt und die Lachklammern angesetzt. Naja.
Gesegneter Getreidebrei (im Vordergrund) von dem jeder einen Löffel essen kann, und im Hintergrund: das heilige Brot, was auch unter allen aufgeteilt wird

Von den Schülern wurde die Geschichte das Sankt Sava dargestellt

Und der Chor hat die Schulhymne gesungen.


Und zum guten Schluss: Mein Projekt. Geplant war ein Videoworkshop mit Schülern. Am Anfang waren es so viele, dass ich sie in zwei Gruppen teilen musste, nach Weihnachten gab es eine Gruppe gar nicht mehr, von der anderen war nur noch einer da.
Tja, 'Schüler' dachte ich mir, da mach ich es eben mit dem einen (sehr engagierten) Schüler zusammen und mehr selber. Ist ja nicht das erste mal. Ist jetzt auch nichts so besonderes dass freiwillige Angebote ZUSÄTZLICH zum Schulalltag nicht sonderlich gut angenommen werden, wenn sie Arbeit erfordern.
Zugegeben: meine Ansprüche waren wohl auch ganz schön hoch und ich habe die kleinen wahrscheinlich überfordert. Jetzt wird die Frist verlängert und noch eine Partyszene mit Schülern arangiert, die ich dann ncoh dazumontiere...

Montag, 23. Januar 2012

Pristina

Weil ich ja so lange nicht unterwegs war, ging es am Samstag für ziemlich genau 24 Stunden zu einem Mitfreiwilligen nach Pristina. Die sechs Stunden Busfahrt dahin bargen einige Überraschungen: nach zwei Stunden ging der Schaffner durch die Reihen und verteilte kleine Kuchen. Danach gab es ungefragt ein Glas Cola und gegen elf gab es Instantkaffe mit Sprühschlagsahne...
Auch wenn es zum Kosovo von serbischer Seite ja eigentlich gar keine Grenze gibt wurden wir jedes mal wie sonst auch bei Aus- und Einreise kontrolliert. Einziger Unterschied: Es gibt keinen Einreisestempel, aber einen Ausreisestempel. Und ganz entgegen dem Bild, was man so von der westeuropäischen Medienberichterstattung vermittelt bekommt, war nirgendwo auch nur der Hauch eines Risikos.

Die Stadt Pristina war während unseres Besuches vor allem weiß-der Schnee lag ziemlich hoch. Mein erster richtiger Schnee dieses Jahr!
Schnee!

Ansonsten muss ich leider sagen, dass Pristina keine sonderlich schöne Stadt ist. Was schön ist: Die Stadt ist relativ klein, ziemlich jung und sehr international. Selbst wir schafften es in unserer Zeit sogenannte 'Internationals' kennenzulernen.
Pristina ist die erste Stadt, in der ich war, wo man tatsächlich den Muezzin mehrfach am Tag durch die Stadt schallen hört (Warum das in Sarajevo nicht der Fall war, finde ich noch heraus)- es verändert das Stadtgefühl wirklich stark.
Was in Pristina auffällt ist die USA-Affinität (Bill Clinton Blvrd, Hotel Liberty mit einer Mini-Freiheitsstatue auf dem Dach usw.), der Einfluss der EU (die blau-gelbe Flagge, die heraussttechenden EU-Gebäude etc.), Mutter Theresa (Straße, Kathedrale [sie war Albanerin]) und das Zugehörigkeitsgefühl. Offenbar fühlt sich niemand im Kosovo als Kosovare. Die Serben fühlen sich zu Serbien zugehörig und die Albaner zu Albanien (die schwarz-rote Flagge ist auch überall zu sehen). Das Ganze spiegelt sich auch in den Sprachen wieder: Albanisch, Serbisch (in lateinischer Schrift) und Englisch, sogar auf den Straßenschildern.
Kontraste pur.

Das Stadtpanorama. Beeindruckend ist nur der Smog.


Pristina. Das Ding in der Mitte ist übrigens der 'Palast der Jugend'
Der Sonntag war wirklich ein perfekter Tag: Nach einem kurzen Barbesuch am Samtagabend (Kaca heißt auf albanisch wohl sowas wie Hagebutte ...) galt der Sonntagvormittag der Besichtigung der Stadt, dann wurde lecker geschmaust, danach in einem Büchercafé entspannt und der Cafékatze zugeschaut. Weil es dann nicht mehr großartig etwas zu sehen gab sind wir noch für 3€ ins Kino gegangen und haben uns die Hollywood- Interpretation des Stieg Larsson Buchs 'The Girl with the Dragon Tattoo' (ca.3h, keine Werbung) angesehen. Ein perfekter Tag also.
Naja, abgesehen von der Heimfahrt. Erst stand der Bus stundenlang irgendwo in der Pampa rum (wohl aufgrund von Protesten an der Grenze) und dann ist der Busfahrer in einem Affenzahn bei dichtem Nebel über die gewundene Landstraße gebrettert. Ich saß ganz hinten rechts im Bus in der Ecke und fühlte mich wie ein Opfer die Fliehkraft und hatte zwischenzeitlich klaustrophobische Anwandlungen... Heute morgen halb sieben, mit zwei Stunden Verspätung, kamen wir dann in Belgrad an, ich bin direkt nach Valjevo weitergfahren, hatte schon eine Vertretungsstunde und gebe heute 20.00Uhr nochmal Unterricht.

Montag, 16. Januar 2012

Wenn eine eine Reise tut...

Ich entschloss mich in der letzten Woche der serbischen Weihnachtsferien, nach einem ausgiebigen Besuch bei meiner Schwester, Neues zu sehen. Diese Entscheidung verzögert zwar das ein oder andere Wiedersehen, dafür wird der Krach, den wir dann lassen werden, nur umso beeindruckender!

Die erste Station meiner Reise war WIEN, wie bereits zwischengemeldet. Mit dem Zug ging es in die Stadt des Walzers, übernachtet wurde für 11€ die Geisterstunde im Meininger Hotel an der Raaber- Bahn- Gasse. Wem das jetzt irgendwie bekannt vorkommt, der darf sich bestätigt fühlen, denn diese Gasse hatte in der Tat einen Hauch Rotlichtatmosphäre. Dafür lag das alles direkt an einer U-Bahn Station und die Tageskarte für den Wiener Nahverkehr kann ich nur jedem ans Herz legen!
Wien also. Am ersten Abend wagte ich mich bei lockeren 10°C im Pullover raus um die Stadt zu erkunden. Perfekt für mich: Bus, Tram und U-Bahn überall und mit dem 24h-Ticket fahrbar. Verlaufen also nicht möglich, dafür bin ich in einen ziemlich langen Regen geraten und war pitschnass. Wien ist wirklich eine wundervolle Mischung. Man bekommt alles von großen, reich verzierten und toll beleuchteten Theatergebäuden bist zum schrillen oder sogar ein wenig düsteren Ambiente. Die österreichische Hauptstadt hat mich wirklich begeistert und ich wette man kann dort eine ganze Menge Zeit mit Müßiggang verbingen.
Was mir auffiel: Wien spricht viele Sprachen und auch wenn mein Ohr nicht so geübt ist, klangen Viele davon für mich äußerst slavisch.
Was ich nicht wusste: Wien liegt östlicher als Prag (was übrigens genau auf gleicher Höhe mit Cottbus liegt).
Ganz billig ist es natürlich nicht, aber mann muss ja nicht für jede Mahlzeit ins Restaurant gehen. Ich habe die meiste Zeit draußern verbracht um Eindrücke zu sammeln, ich kann aber auch noch die Straßenbahnlienien 1 und 2 empfehlen, die einen Kreis um die Innenstadt ziehen und an vielen der wichtigsten Gebäuden vorbeifahren.
Sonst war ich noch im Freud-Museum. Dass die Couch nicht da ist, wusste ich bereits (die ist in London, weil er die ins Exil mitgenommen hat). Aber da zu sitzen wo der gute Siggi in verkrampfter Haltung las, hat schon was, schlließlich geht Vieles aus meinem Berufsfeld irgendwie auf ihn zurück... Desweiteren war ich im 
Schloss Bellevedere
an der spanischen Hofreitschule
mehrfach in der Karlsstraße (Knjez Mihailova lässt grüßen)
am Rathaus
an der Oper
an der Universität
im Stephansdom
am Hundertwasserhaus

am Burgtheater usw.
Während ich durch Wiens Straßen pirschte, überkam mich seltsamerweise ein großes Verlangen Paris wiederzusehen. Das kommt also wieder auf die Liste (kommt jmd. mit?). Und nach Wien will ich auch auf jeden Fall nochmal zurückkommen!
Kunst zum Durchlaufen. Auf sowas steh ich ja ;)
Nachts an der Donau 1
Nachts an der Donau 2. Ich möchte mich permanent selbst beglückwünschen für dieses Bild!


Mit Verspätung und einer Menge nervösen Gezappels kam ich in Ljubljana an.  Ganz Slowenien hat im Übrigen genau so viele Einwohner wie Wien. Das Wappentier der Stadt ist ein Drache- da konnte ich mich ja gar nicht anders als wohl fühlen. Sogar die Mülltrennung wurde von einem Drachen erklärt
c
Ist das nicht ein schöner Drache!?

Ljubljana ist recht klein und irgendwie wie ein bisschen verzaubert. Der kleine Fluss, der durch die Stadt fließt, die Ruhe, die Burg hoch über allem...
Draußen am Fluss

Auf selbige Burg bin ich auch hochgekraxelt und wenn das mit dem Video endlich irgendwie klappt, kann man auch sehen, dass ich unglaubliches Glück mit dem Wetter hatte. Wir haben unser Mittag (Pizza mit Quark drauf...) in der Sonne am Fluss genossen und oben auf der Burg wurde mir dann sogar richtig warm in der Sonne.
Sonst kann ich nicht so viel mehr über Ljubljana sagen, außer dass es mir sehr gut gefallen hat und ich gern nochmal dahin zurückkommen würde. In dieser Stadt kann man sich bestimmt super entspannen!
Nachts am Laibach

Man soll sein Glück ja nicht auf die Probe stellen, aber mir gefällt das Bild von Wien so gut, dass ich es einfach immer weiter probieren musste. Allerdings spinnt meine Kamera seit Wien irgendwie...

Über Nacht mit dem Zug ging es dann zur letzten Station: Sarajevo. Aufgrund der Tatsache, dass ich morgens um 6 ankam und einiger physischer Widrigkeiten beschloss ich mich, mein Rom-Syndrom zu vermeiden und mir anstatt irgendwann am Abend eine Couch, lieber ein echtes Hostelzimmer in der Stadt zu nehmen. Eine Investition, die sich definitiv gelohnt hat!
Zu dem Hostel kam ich, indem ich in einem Reisebüro einfach nach einem fragte. Die Frau hinter dem Schreibtsisch nahm mich ins Schlepptau und zog mich in das Reisebüro nebenan. Wenn man dort durch eine Hintertür ging, kam man in ein Hostel, direkt in der Innenstadt. Einziges Manko: das Hostel hatte noch nicht offiziell eröffnet. Nachdem ich da einmal drin war, hatte ich auch nicht so richtig die Chance mir noch eine Alternative zu suchen.
Angeblich beherbergten die Herrschaften öfter einzelne Reisende, aber dann wurde mir interessanterweise ziemlich häufig erklärt, ich sei die erste, die das und das benutzen würde. Mein Zimmer war im dritten Stock, die Toilette auf meiner Etage konnte man von außen zuschließen, aber nicht von innen- und die Spülung ging nicht. Die einzige beuntzbare Toilette war im Ergeschoss, die Dusche wiederum im 2. Stock und der Gemeinschaftsraum in dem einige Steckdosen nicht gingen im 5. Ich war ganz allein in der Hütte. Und weil ich am nächsten Morgen auch um fünf auschecken musste, bekam ich den Haustürschlüssel in die Hand gedrückt- ja, der Balkan hatte mcih wieder.
Sarajevo selbst ist anders, als alles- was ich bisher gesehen habe. Die Altstadt stammt aus der Zeit der osmanischen Herrschaft über das Gebiet
Die Altstadt

Ganz viele tolle Metallsachen und Schmuck, aber eben auch kunstvoll hergerichtete Patronenhülsen...

und die ganze Stadt ist durch ihre Mischung aus Moscheen, Synagogen und Kirchen geprägt. Eine sehr, sehr spannende Angelegenheit!
Bedrückend fand ich das Wissen, das während des Krieges in den 90ern sich Scharfschützen in den Sarajevo umschließenden Bergen postiert hatten und die Stadt in die Zange nahmen. Sarajevo befindet sich wirklich in einem Kessel, aus dem es unter solschen Umständen so gut wie kein entrinnen gibt. Die Friedhöfe kommen noch dazu. Teilweise hatte ich den Eindrück die letzten Ruhestätten wären nach Jahren sortiert, weil viele ähnliche Jahreszahlen in ihrem Sterbedatum haben.
EINER der Friedhöfe

und beim genaueren Hinsehen...
Zum Schuss hat es dann auch noch geschneit und es war zwar nicht alles perfekt, aber Sarajevo hat auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wenn das Wetter so ist, dass man dann auch noch die Natur rundherum genießen kann, komme ich auch hierher gern nochmal zurück!
Und wieder die Flussbilder...



Zusammengefasst habe ich ca. 2000km zurückgelegt, ziemlich viel Geld verbraten und noch mehr gesehen. Jetzt bin ich wieder zurück in Valjevo und beeindruckt wie schnell mich der Alltag zurück hat. Es tut gut meinen eigenen Raum für mich zu haben, auch wenn die Stadt nach wie vor nichts außer der Arbeit für mich bereit hält. Dafür habe ich in den nächsten vier Wochen ne Menge zu tun und muss den trägen, unkreativen Schülerlein nochmal ganz schön einheizen, aber das wird schon. Zu Campus-TV Zeiten haben wir ganze Sendungen innerhalb von zwei Tagen auf die Beine gestellt ;)
Das sind also die nächsten Highlights: mein Projekt mit den Schülern, zwischendurch noch Pristina, dann kommt endlich der Besuch und dann sind sechs Monate Serbien auch schon fast rum. Bis dahin: Priatno!

Dienstag, 10. Januar 2012

Am Spiess gegrillt, die 2te

Nach endlosem hin und her, hat der Spiesser den Artikel (oder zumindest das, was davon übrig ist) über die serbischen Weihnachtsbräuche online gestellt. Ich kann mich wiedermal nur distanzieren, SO habe ich das nicht geschrieben.
Aber lest selbst...