Nis, eine Schulslava, ein neuer Boss und eine Menge Wirbel um fünf Minuten Film.
Letztes Wochenende bin ich nach Nis gefahren, wo vor kurzem noch fleißig gehandballert wurde. Es war auf jeden Fall interessant mal in den Süden des Landes zu fahren, der angeblich ein ganzes Stück ärmer ist, als der Rest. Was wir auf dem Weg dahin zu sehen bekamen waren wirklich mehr unverputze Häuser (ganz ähnlich wie im Kosovo) und ne ganze Menge Felder. Nis ist... immerhin eine richtige Stadt! Das muss man ihr zu Gute halten. Wir kamen mit dem Bus direkt auf dem Markt an- was schon ein kleiner Kulturschock war, an Reihen kleiner, wettergegerbter und gebeugter Frauen mit Kopftüchern vorbeizulaufen, die Strickwaren und Gemüse anboten.
Im Zentrum war dann aber schnell klar, dass der Markt eben der Markt ist und der Rest der Stadt sich durchaus auch so nennen darf. Wirklich schön ist Nis deswegen aber nicht unbedingt. Ein wenig überschattet wird das ganze auch von der Tatsache, dass wir ein Hin- und Rückfahrticket in Belgrad kauften, damit aber nicht unbedingt wieder von Nis nach Belgard kamen. Grund: In Nis fährt hauptsächlich eine Busgesellschaft, bei der diese Fahrkarten nicht gültig sind. Juhu. Nach drei Stunden zusätzlichem Warten (was unsere Zeit un Nis verdoppelte) haben wir es aber dann doch noch nach Belgrad zurück geschafft.
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| Die Hauptmoschee von Nis |
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| Die Hauptsynagoge |
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| Hier haben wir die zusätzlichen drei Stunden auf einer gemütlichen Ledercouch und vor der klirrenden Kälte geschützt verbracht. |
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| ich konnte nicht anders... |
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| Die andere Seite... |
Den Freitag vor dem Nis-Abenteuer war Schulslava. Zur Erininnerung: Slava ist die Feier des Hausheiligen. Und ja; die Schule hat auch einen. Das ganze war ein ziemlich großer festlicher Akt und mein neuer Chef hat damit auch gleich seinen Antrittsbesuch an meiner Schule gemacht.
Es wurde in der Tat ein kleiner Gottestdienst in der Aula abgehalten und die othodoxen Gesänge waren für mich ja komplett neu und schon spannen mit anzuhören (auch wenn ich natürlich keinen Ton verstanden habe). Danach gab es veganes Buffet mit Fisch und Alkohol, sogar für die Schüler und das alles im Lehrerzimmer. Wo immer eine Kamera zu sehen war, wurden die Arme umeinander gelegt und die Lachklammern angesetzt. Naja.
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| Gesegneter Getreidebrei (im Vordergrund) von dem jeder einen Löffel essen kann, und im Hintergrund: das heilige Brot, was auch unter allen aufgeteilt wird |
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| Von den Schülern wurde die Geschichte das Sankt Sava dargestellt |
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| Und der Chor hat die Schulhymne gesungen. |
Und zum guten Schluss: Mein Projekt. Geplant war ein Videoworkshop mit Schülern. Am Anfang waren es so viele, dass ich sie in zwei Gruppen teilen musste, nach Weihnachten gab es eine Gruppe gar nicht mehr, von der anderen war nur noch einer da.
Tja, 'Schüler' dachte ich mir, da mach ich es eben mit dem einen (sehr engagierten) Schüler zusammen und mehr selber. Ist ja nicht das erste mal. Ist jetzt auch nichts so besonderes dass freiwillige Angebote ZUSÄTZLICH zum Schulalltag nicht sonderlich gut angenommen werden, wenn sie Arbeit erfordern.
Zugegeben: meine Ansprüche waren wohl auch ganz schön hoch und ich habe die kleinen wahrscheinlich überfordert. Jetzt wird die Frist verlängert und noch eine Partyszene mit Schülern arangiert, die ich dann ncoh dazumontiere...