Mittwoch, 23. November 2011

Aufgespiesst

Ich blogge nun auch kommerziell für den Spiesser. Ich möchte sagen, dass besonders dieser erste Artikel ein Auftragswerk ist, was ich selber nicht von allein geschrieben hätte.. mal ganz zu schweigen von dem Anfang "es war einmal...." also bitte! Meine Titel wurden auch nicht gemocht: Von 'Prolog' zu 'Einmal Serbien auf dem Silbertablett, bitte!'. Geworden ist es: 'Serbien mal kurz umrissen' NICHT mein Mist.
Naja, es ist eben eine Jugendzeitschrift und zumindest passt meine Schreiberei ins Repertoire! Viel Spaß damit!

Dienstag, 22. November 2011

BelGREAT! und Novi Sad

Man verzeihe mir das nicht sonderlich schöngeistige Wortspiel, aber hinter mir liegt ein wirklich schönes Wochenende! Es ist kühl geworden und die Temperaturen schaffen es kaum noch über den Gefrierpunkt. Erste Eiszapfen unter den tropfenden Außenteilen der Klimaanlagen habe ich auch schon entdeckt.
Freitag ging es nach Belgrad und der Abend war ganz gemütlich: Essen in einer kleinen, verrauchten serbischen Kneipe und gemeinsames Biertrinken bei der Mitfreiwilligen um die Ecke. Am nächsten Tag ging genauso alles ruhig los und unser Weg führte uns nach Novi Beograd (Neu Belgrad). Im Internet war von einem Flohmarkt die Rede, gefunden haben wir einen ziemlich großen aber ganz normalen Markt. Auf dem Weg dahin gab es schon allerlei Krimskrams auf ausgebreiteten Tüchern zu kaufen, der Markt selbst war ein befestigter Martplatz mit inenander verschachtelten Buden. Von Lebensmitteln, über Möbel und leider sogar bis hin zu ganz kleinen, zitternden Damlamtinerwelpen (das war eine RIESEN Überwindung daran vorbeizugehen!) gab es alles. 
Und jetzt entschlossen wir uns zu einem Paradox: Da wir nichts brauchten und nichts kaufen wollten, verließen wir den Markt und entschieden uns in das nahe Shoppingcenter zu gehen... Das scheint auch wahrhaftig gern getan zu werden, denn da war einiges los. Eine richtig tolle heiße Schokolade später (irgendwie ne Mischung aus dem Puddingzeugs und geschmolzener Schokolade) suchten wir nach Mützen und dann wollten wir ins Kino. Auf dem Weg dahin fiel die Temperatur merklich und mit einem Mal musste sich auch der dichte Nebel der letzten Tage irgendwo ankuscheln:
Neu Belgrad im Nebel

und auf einmal war alles weiß

und eisig.

In der Luft sollte The Help sein, ein gaaaaaaanz toller Film über die Lebensweise schwarzer Haushälterinnen in den USA der 1960er Jahre- perfekt geeignet um das Filmjournal wieder zu beleben! Allerdings mussten wir feststellen, dass es hier zwei Arten gibt ins Kino zu gehen: normal (ca. 4€) und als VIP (ca. 9€). Letzteres, so stellen wir nach ein wenig unüberlegtem Schnellentschluss fest, findet in einem eigenen Kinosaal statt, mit mehr Platz, mehr Armlehne, zwei kostenlosen Getränken (das zweite kann alles, sein- was man auf der Karte findet) und einer Riesenportion Popcorn pro Nase. Schade nur, dass das Popcorn hier immer salzig ist...
Der Film war toll, danach bummelten wir zurück in die WG, palaverten noch ein wenig mit den Mitbwohnerinnen, führten uns gegenseitig die Lieblingsmusiken vor (ich gab: Tim Fischer, Nick Cave und Katzenjammer und hörte k.d. lang,einige serbische Liedlein und noch viel mehr woran ich mich leider nicht mehr erinnern kann).
Am nächsten Tag stand Novi Sad auf dem Plan. Die Busfahrt durch die autonome Provinz Vojvodina war eher langweilig, da ist alles ganz schön flach... In der zweitgrößten Stadt Serbiens angekommen sind wir einmmal quer durchgelaufen. Von der Alttadt:
Wieder alles sehr hübsch, 'österreichisch' sagt man hier auch

Ich kann mir richtig vorstellen, dass sich die vielen Studenten hier wohl fühlen!

bis zur wirklich großen Festungsanlage in der auch jedes Jahr das EXIT-Festival stattfindet und so wie es dort aussieht lohnt sich der Festivalbesuch bestimmt!
Die Festung, riesengroß u.a. wohl auch an die 60km Tunnel usw.

Die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert und lecker gegessen haben wir auch-nur irgendwie bleibt mir noch eines der serbischen Spezialitäten verwehrt: Sarma (serbische Krautroulade), ich gebe aber nicht auf!
Zurück in Belgrad trennten sich unsere Wege und ich hatte irgendwie einen Lauf-Lauf. Ich bin insgesamt fast zwei Stunden durch das abendlich klirrende Belgrad gestiefelt, habe mir den Sava-Tempel im Dunkelmunkel angeschaut und es irgenwie einfach genossen mich sehr lebendig zu fühlen.
Das Parlamentsgebäude von Belgrad

...und der Sava- Tempel
Nach wiederum einer kürzeren Nacht ging es für mich zum Chef, und noch eine Etage höher und auch schon einen Schritt in die Zukunft. Alles fein und gut, in Belgrad sein war ja bisher auch noch nie doof! Wie auch, bei den Leuten dort ;D
Abends um sieben war ich dann wieder in Valjevo, habe noch schnell den Unterricht vorbereitet, inzwischen sind es schon 10 Stunden, die ich die Lehrer unterrichtet habe (5 Wochen!) und dann noch eine Präsentation über Leipzig zusammengesucht, die ich dann heute morgen gehalten habe. Ganz schön geschäftig das alles (heute sind es übrigens genau 9 Wochen Serbien für mich), Freitag gehts zum -kulturweit- Zwischenseminar nach Sombor. Irgendwann zwischendrin muss ich aber noch mal schlafen...

Montag, 14. November 2011

Wochenende in Valjevo: Gradac

Dieses Wochenende bin ich in Valjevo geblieben. Die letzten Wochen hatten die Schüler die Aufgabe Mini- Aufsätze über Valjevo und seine Sehenswürdigkeiten zu schreiben: eine äußerst praktische Angelegenheit muss ich sagen! Ist nur weiterzuempfehlen!
Solang das Wetter draußennoch einigermaßen erträglich ist (gefühlte 5°C) entschloss ich mich also den von meinen Schülern so viel gelobten Fluss "Gradac" entlangzuwandern.
'Sauber' kommt auch auf den Betrachtungswinkel an. Das Wasser ist zwar klar, Müll findet man trotzdem überall.
 Wer det juujelt (brandbrg: googelt), sollte 'river' mit dazuschreiben, denn es gibt noch eine Gemeinde (oder sowas) in Kroatien mit den Namen und die Bilder von dort könnten die Erwartugen zu hoch stellen.
Am Gradac gibt es eine alte Mühle, ein Staubecken-in dem im Sommer alle Schwimmen gehen.

Hier kann man also schwimmen. Solche Pavilions in denen man einen Kaffe oder auch was anderes schlürfen kann, hab ich immer wieder gesehen.
Laut meinen Schülern ist der Gradac der sauberste Fluss Serbiens und an dritter Stelle bei den saubersten Flüssen Europas. Zitat aus einem der Miniaufsätze: "Gradac ist ein Gebirsfluss und der schönste Fluss der Welt, deshalb besichtigt er die Ausländer."

Wikipedia zeigt sogar "Wasserfälle", die ich allerdings nicht gefunden habe. Es könnte aber auch daran liegen, dass der Wasserstand hier sehr unterschiedlich sein kann. Es gibt auch zwei Wege entlang des Gradac, einen asphaltierten und einen Trampelpfad. In meinem jugendlichen Tatendrang bin ich natürlich den Trampelpfad gegangen bis er sich an einem Zelt mitten in der Pampa verlor...

links der 'Weg'
der asphaltierte Weg wäre vermutlich noch weiter in die Berge hineingegangen, naja. Schön wars trotzdem:
In wäldlicheren Gegenden

Noch in Valjevo

Der Felsen im Vordergrund mach den Geographieunterricht mal wieder wunderbar greifbar

Noch in Valjevo- da sieht man wie viel Wasser da sonst so langschippert

Joa, mehr war nich. ;)

Freitag, 11. November 2011

Biete

Als ich gestern im Sonnenschein an Valjevos größerem Fluss entlangging hatte ich mit einem Mal Begleitung:



Ich hatte also den Straßenhundekindergarten von Valjevo entdeckt... Der kleine dunkelbraune vom Anfang mit den Schlappohren kam mir auch noch nach einer Weile hinterher und legte mir dann irgendeinen stark abgenagten Tierknochen vor die Füße. Und der größere Rotbraune war auch total niedlich!
Will nicht zufällig irgenjemand einen Hund?

Montag, 7. November 2011

Vier Tage Herbstferien: Auf nach Zagreb!

Damit die Schüler das Leben auch mal leicht nehmen können waren ab Donnerstag letzter Woche ganze vier Tage Herbstferien. Damit hatte auch ich zwei Tage mehr zu meiner freien Verfügung. Ich weiß inzwischen, dass mein ursrünglicher Plan, alle Nachbarländer Serbiens zu berreisen etwas zu hoch gegriffen ist. Trotzdem sollte man ja nie aufhören sein Ziel zu erreichen. Gesagt, getan: Mit dem Plus an Zeit beschloss ein weiter entferntes Ziel in Angriff zu nehmen: Zagreb. Welch glücklicher Zufall, dass dort auch zwei kulturweit Freiwillige leben, die mir Unterschlupf gewährten...
Ausblick vom Balkon der beiden. Der Balkanherbst bleibt echt schön!
Nach acht stunden Busfahrt und einer Stunde an der kroatischen Grenze war ich da: in der Geburtsstadt der Krawatte, des Füllfederhalters und des Lebkuchens (aber da bin ich mir nicht so sicher). Der Abend endete in einem sehr gelungenen Kochexperiment. Einbrenne ist gar nicht soooo schwer, wie andere immer tun. (Bevor wieder bestimmte Personen fragen: Spinattagiatelle mit Käsesahnesauce). Der nächste Tag lief auch ganz entspannt an, dann gings die Stadt belunzen. Die Kathedrale der Stadt muss wohl immer einen der beiden Türme verhüllt haben, ganz ohne gibts die nicht.
Zagreb ist eine sehr schöne Stat mit liebevoll und sehr gut restaurierten alten Gebäuden. Die Straßen der Innenstadt sind aus Kopfsteinpflaster, es gibt viele Cafés und Restaurants. Im Vergleichzu Belgrad hat man hier eindeutig das Gefühl im Westen zu sein. Alle großen Konzerne sind vertreten, schwedische Klamottenläden, Deutsche Schienenbeförderung- einfach alles. In Belgrad gibts wenigstens nur alle Banken, die man sonstwo auch findet...






Das Bild erinnert mcih ein bisschen an Erfurt...




Ich LIEBE diese orangene Nachtbeleuchtung wirklich ungemein!

Ein Eindruck von unserem Ausflug ins Zagreber Nachtleben

Wenn ich schon einmal die Grenze in den Westen überschritten habe, kann man das auch noch weiter tun. Im Kopf hatte ich das Ostseegefühl mit Schuhen in der Hand, Füßen im Wasser und Wind und Sand in den Haaren. Von Zagreb mit dem Bus am günstigsten zu erreichen ist Rijeka.
Früh um vier standen wir auf und kamen in den Genuss der zweiten Busart mit der man reisen kann: Minibus. Hier passen maximal acht Personen rein, er ist wesentlich günstiger und die Fahrer fahren.. naja, sprechen wir nicht davon. Wir fuhren auf jeden fall hin und zurück für den Preis, den wir mit den großen Bussen in einer Richtung bezahlt hätten.
Wir sind 550 Stufen hochgeraxelt...

...um auf diese Burg zu kommen...

... und diesen Ausblick zu genießen. Der schönste Meer-Moment, den wir an dem Tag hatten!



Noch ein kleiner Eindruck von der Stadt...

Rijeka kann seine quasi- Nachbarschaft zu Italien nicht verleugnen. An Berghänge gebaut ist die Stadt so mediterran, wie ich noch keine hier gesehen habe. Bekannt ist die Stadt als Zentrum des Karnevals in Kroatien. Strand oder Küste gibt in Rijeka dafür leider so gut wie gar nicht. Die ganze Küstenzeile wird von einem Industriehafen genutzt. Wir haben wirklich versucht etwas wie Ufer zu finden, aber Fehlanzeige. Gemütlich essen gehen hat sich in Rijeka auch als schwierig herausgestellt. Für 10€ pro Nase hätten wir was Essen können oder uns in eins der Caffé/ Bars- Dinger setzten können (davon gibts irre viele).
Inzwischen komme ich auch wirklich mit den Währungen durcheinander. In Kroatien zahlt man mit Kunar (1€=7,5kn). Ich sprach zwischenzeitllich von Dinar, aber auch Kronar. Bosnische Mark hatte ich auch noch im Portemonnaie- mal sehen was noch dazukommt.
Sonntag bin ich dann um neun in den Bus gehüpft und war um sechs wieder in Valjevo. Ich habe an dem Wochenende insgesamt 22Stunden im Bus verbracht. Dafür, dass ich Busse nicht leiden kann, verbinge ich im Ausland immer ziemlich viel Zeit in den Teilen. Dafür werden die Stempel in meinem Reisepass immer mehr :)
Eine kleine Besonderheit hat sich auf der Heimfahrt noch ereignet: Ich habe schon davon gehört, dass im Herbst in Serbien viele Stoppelfelder angezündet werden um den Boden Fruchtbar zu halten. Wenn man nachts mit dem Bus an sowas vorbeifährt sieht das allerdings schon sehr beeindruckend aus. Leider kann man das aus einem fahrenden Bus schlecht fotografieren, aber so ungefähr sah's aus:
Beste Grüße an die Welt da draußen!



Mittwoch, 2. November 2011

Zum aller ersten Mal...

... veröffentliche ich einen Artikel. Gerade eben habe ich ihn entdeckt.
Ein Artikel über den Kosovo als Krisengebiert und die Meinung serbischer Jugendlicher dazu. Alles auf dem Blog der Jugendzeitung der Bunderegierung SCHEKKER.
Den Artikel findet ihr hier.