Zu allererst einmal voll fett sorry für die lange Beitraglosigkeit, Mensch steht sich halt manchmal selbst im Weg, außerdem war ich am Donenrstag ein dreiviertel Stunde in der Schule eingeschlossen (s.Video)...
So,also um gar nicht erst mit dem Versauern anzufangen und Valjevo zu verlassen, brach ich Sonnabend-Nachmittag auf. Wohin? Nach Belgrad natürlich. Wir wollten tanzen gehen. Also ich wollte tanzen gehen. Und mitreißend wie mein bescheidenes Wesen ist, war es dann irgendwie einfach beschlossen, dass wir tanzen gehen. Was gibt es auch besseres als sich einfach mal die Seele aus dem Leib zu tanzen!? (Was wir hätten tun können...)
Vorbereitend wurden einige Clubs ausfindig gemacht, unter anderem der "Andergraund"-Club,
der wohl einer der berühmtesten in ganz Belgrad sein sollte. Nur leicht zu finden isser nicht. Nach einer halben Stunde rumstapfen und nassen Füßen in kaputten Chucks gaben wir dann auf.. ein ander mal vielleicht. Vorher waren wir noch im "
The Tube". Heißt so, weil schlauchförmig und ist offenbar eher ein schickerer Club. Der Rosé kostete gleich mal drei Euro und richtig lecker war er auch nich. Die Musik war elektronisch, aber mit einem bisschen guten Willen tanzbar. Nur irgendwie ging es da mehr um gesehen werden als um Spaß haben.. Klapprige Menschen mit ganz krassen Fummeln behängt, Leute die andere Reihenweise mustern...Zumindest während wir da waren schien es so. Nach anderthalb Stunden wechselten wir.
Eine weitere Örtllichkeit zu finden glich ein bisschen einer Odysee, später wurde uns erklärt, dass die Clubs in Belgrad nur immer eine Saison an einem Standort bleiben und deswegen Informationen falsch sein können. Aha! daran lags! Und irgendwie gehen die Menschen auch erst ab 3 so richtig tanzen. Vorher sitzen sie in den Bars und Cafés rum.
Zu dieser Zeit hatten wir eigentlich schon aufgegeben, dann dröhnte aber doch noch
Bass aus dem Kulturzentrum am Platz der Republik. Oben in ersten Stock winkte uns jemand zu. 2€ Eintritt später fanden wir uns inmitten einer Queer-Party wieder. Wir blieben fast eíne Stunde. Hier hatten die Leute auf jeden Fall Spaß auch wenn es hätte voller sein können. Leute beobachten hat dort aber defintiv Spaß gemacht. Zum Beispiel ein ganz dünner Junge in engen grauen Sachen, der jedes einzelne Lied mimisch, rythmisch und physisch interpretiert oder die Gruppe von 14jährigen Mädchen mit dem Gesicht voller Farbe... Alles in allem war der Abend anders als erwartet aber auf keinen Fall gescheitert!
Der nächste Versuch in Belgrad tanzen zu gehen wird in größerer Gruppe und mit mindestens einem ortskundigen Belgrader unternommen. Ich hatte auch vergessen, dass tanzen gehen in Deutschland manchmal schon zum Krampf werden kann, wenn man nicht weiß was wo geht und sich auch nicht auskennt, zu Wenige oder zu mäkelig ist...
Der folgende Sonntag war der schönste, den ich bisher in Serbien verbracht habe und genauso, wie ich es am liebsten auch in Valjevo hätte. Ich übernachtete mal wieder bei einer der Mitfreiwilligen und am 'morgen' (so gegen 11) kamen ihre Mitbewohnerinnen nach Hause. Meinen Plan den Tag noch nach Novi Sad zu fahren hatte ich eh schön über meinen unsortierten Klamottenhaufen geschmissen, das Wetter war einfach zu unnett.
Die Mitbewohnerinnen luden zum Grillen im Wochenendhaus und ich durfte auch noch mit! Die beiden haben wohl irgendwie vergleichende Kulturwissenschaften studiert, die eine noch Philsosophie. Aber noch viel interessanter ist, dass beide aktiv in der Kunstszene zu gange sind und auch schon Ausstellungen und Eröffnungen hatten (vor kurzem erst von einer Skulptur). Total spannend!
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| Ausblick beim Essen über die Donau und Vojvodina |
Es folgen spannende Gespräche über Serben, Rechte und Leben von Homosexuellen in Serbien, Fleischzubereitung.. ach einfach alles Mögliche! Es war total spannend und schön neue Leute kennen zu lernen. Da habe ich dann auch noch einen serbischen Maler (den Nachbarn und guten Freund) kennengelernt. Es wurde
Rakija aus Limoflaschen getrunken (noch sehe ich ganz gut;) und und und...
Am Ende wurde ich noch geblieben, so dass ich erst Montag nach Valjevo zurückfuhr, alles in Absprache mit der Schule natürlich...
So und da, also in der Schule, hat sich auch einiges getan. Mein Büro hat letzt anstatt einer weiß bemalten Glaswand eine richtige Wand samt neuer Tür. Ich habe ab sofort feste Arbeitszeiten (10-16h) plus den Unterricht für die Lehrer.
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| Mein Büro von außen |
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| ...und innen. |
Selbigen habe ich bis jetzt drei mal abgehalten (irgendwie fühlt es sich mehr an). Ich bin zu meinem Erschrecken auch ein Lehrer, der vor der Klasse steht und fragt: "Was haben wir bisher gelernt?" Mich hat das ja als Schüler immer aggressiv gemacht, sowas. Aber wahrscheinlich verstehen die Lehrer eh nur die Hälfte von dem was ich fuchtelnd versuche zu erklären. Bei einigen geht Englsich als Metasprache ganz gut, aber das geht eben auch nicht mit allen.
Auch sind die Niveaus ganz unterschiedlich. Einige haben schon mal Deutsch gelernt, andere gar nicht. Am Anfang hatte ich auch sechs kleine Schülerlein, jetzt sind es schon acht. Inzwischen bin ich sogar ganz glücklich, dass es Erwachsene sind. Sie helfen sich gegenseitig, Fragen nach (oder auch nicht) sind aber nicht irgendwie laut oder sonstwie störend. Außer vielleicht der Chemielehrer, der unfähig zum inneren Monolog zu schein scheint. Trotzdem ist er auf eine verschrobene Art sehr sympatisch...
Eigentllich wollte ich das "sich vorstellen" gestern abschließen, aber als dann eine Lehrerin auf die Frage "Wie heißen sie?" antwortete "Mir geht es gut, danke!" kamen mit an diesem Vorhaben Zweifel. Zur Abwechslung habe ich mit den Zahlen angefangen, das ging sehr gut.
Im Großen und Ganzen ist unterrichten kein Problem. Gerade mit Unterstützung durch die
Lehrbücher, die ich mir aus dem
Goethe- Institut in Belgard geliehen hab, kann ich mich nach einem Gerüst richten und auch selber gestlaten. So schmeckt das Unterrichten einigermaßen!
Sonst... bin ich am kurbeln, dass die
Online- Schülerzeitung anläuft und Artikel bekommt, was gar nicht so einfach ist.. schließlich muss alles auf Deutsch sein und Artikel in einer Fremdsprache zu schreiben ist nicht jedes Schülers Traum. Und ich werde absofort wahrscheinlich auch wieder öfter in den normal Unterricht gehen und einzelne Stunden halten (endlich!). Donnerstag das Schulsystem in Deutschland. Ich sehe die vor Entsetzen aufgerissenen Augen schon förmlich vor mir, wenn ich erkläre, dass wir jeden Tag und jede Woche morgens auf der Matte stehen mussten. (Hier gibts Früh- und Spätschicht 8-14 und 14-20, wochenweise wechselnd, mehr dazu später). Letzte Woche habe ich ganz im Stil von mir sehr geliebter Filme (u.a.
Precious) Briefe der Schüler an mich und Aufsätze beantwortet.
Ich hoffe jetzt habe ich soweit alles einigermaßen abgedeckt, sollten es noch Fragen, Wünsche, Meinungen geben, dann bitte: die Kommentierfunktion ist so eingerichtet, dass jeder unter den Beitrag senfen kann. Im Zweifelsfall einfach Name/URL auswählen, Namen eintragen und das Feld für die URL freilassen.