Nach ca. neun Wochen in seinem neuen Reservat muss der kulturweit- Freiwillige sein Nest verlassen und sich mit Artgenossen im näheren Umkreis treffen um sich auszutauschen. Sein Wille und seine Motivation sind hier im Vergleich zum Vorbereitungsseminar wesentlich gestiegen!
Uns verschlug es nach Sombor, eine Stadt ganz oben im Norden Serbiens und es kamen alle Freiwilligen vom Balkan und aus Rumänien und so. 22 Freiwillige mit Erfahrungen aus zweieinhalb Monaten Auslandsaufenthalt, waren eine echt spannende Mischung. Um nicht all zu lang zu werden, fasse ich die Highlights zusammen:
Die beiden Trainer waren, um das gleich mal klarzustellen- sehr, sehr cool. Da kann man ja einfach nicht anders als vom 100sten ins 1000ste zu kommen und dabei auch noch einige Impulse mitzunehmen. Planungsmäßig kamen wir am Freitagnachmittag an, Spielchen, Dampf ablassen- keiner versteht einen so gut, wie die, die gerade (fast) das Gleiche erleben, oder eben auch nicht... Das Hotel war übrigens der absolute Hammer! Ein bisschen wie eine Mischung aus dem Café Louvre in Prag und dem Staatstheater Cottbus, finde ich...
Der erste Abend fiel gemütlich aus, da eine große Gruppe der Teilnehmer gerade von einem Wochentripp aus Istanbul kamen und die Anreise von dort kann schon mal länger als einen Tag dauern.. Trotzdem wurde mit Wein und Gin-Tonic philosophiert, geprollt und angegeben- ganz großes Kino also ;)
Tag Zwei endete in einer gaaaaaaanz tollen Bar und dann in einer landestypischen Disko. Die Musik war jetzt gar nicht so mein Geschmack, zwischenzeitlich wurde auch ein von den Sicherheitsleuten geschulterter junger Mann mit Schramme am kahlen Kopf an uns vorbeigetragen. Erst als ich mich nach einer weiteren vorbeiströmenden Gruppe zu meinen Begleitern umsah, stellte ich fest, dass sie wohl irgendwie eine Menge (fremden) Blutes abbekommen haben mussten. Ein linker Arm und ein Rücken in überraschendem rot. Nagut. Als die Polizei kam sind wir dann auch zurück, auch wenn die beiden noch mit zwei anderen weiterfeiern wollten...
Sonntagabend sollte dann eigentlich ein Kurzworkshop über Fotografie stattfinden. Der Vorschlag mittels der Örtlichkeit einige Portraitaufnahmen zu machen löste dann aber irgendwie eine regelrechte Welle aus. Überall wurde geschminkt, Kleidung rausgesucht und mittels drei Schreibtischlampen irgendwie versucht günstige Beleuchtung zu arrangieren. Der Fotograf war der Trainer, der eben nebenher schon etwas als Lichtmaler arbeitet. Es war sauspannend und lustig. Ich saß auch kurz vor der Linse, mal sehen was dabei rauskommt...
Sonntag dann wieder die Bar vorher, nur macht hier unter der Woche alles gegen Mitternacht und am Wochenende gegen 2 zu. Unwillig heimzugehen ging es noch in eine inoffizielle Bar. Die Musik war auch gleich eine andere (Rammstein und so...) und die Diskussionen entstiegen in sphärische Gegenden...
| Apropos, der Nebel hier bleibt dicht und omnipräsent |
Montag flogen wir nach Novi Sad aus, aber das war ja schon bekannt.
| Neuentdeckung in Novi Sad: Das Wurst Haus mit leicht bekanntem Zeichen |
Dienstag war der ganze Zauber dann leider schon wieder vorbei, ABER: über die Hälfte nutzte die Gelegenheit sich noch Belgrad anzuschauen. Von Dienstag zu Mittwoch wurde in einen 19. Geburtstag reingefeiert. Lass uns sagen, dass es lustig war... und um die Dekadenz, deren Grundstein mit dem Hotel in Sombor gesetzt wurde, fortzuführen, gab es gestern erst einen Besuch im Tesla- Museum und dann Kaffee im ältesten Hotel Belgrads: dem Hotel Moskau (übrigens überhaupt nicht so teuer!) und am Abend wurde der Geburtstag im Little Bay ausgeklungen.
| Eintrag im Gästebuch des Tesla- Museums |
| Hotel Moskau |
| Das Little Bay |
Ich wollte ja eigentlich bis Sonntag in Belgrad bleiben, finde mich nun aber in meiner Stammübernachtung mit einer ordentlichen Erkältung. Schön ist, dass ich hier so willkommen bin, dass ich auch locker hier den ganzen Tag in der Wohnung allein sein dürfte/ könnte usw... Ganz so schlimm ist es ja dann auch nicht und frische Luft bei netten -5°C soll ja auch gut tun...
Ganz nebenbei ist es Dezember geworden, der kulturweit Weihnachtskalender wurde veröffentlicht, von Freiwilligen für Freiwillige so zu sagen. Unschöne Nachrichten erreichen uns auch so langsam: Die Freiwilligen aus Ägypten konnten nach ihrem Zwischenseminar in Istanbul nicht zurück und hängen nun ein bisschen in der Luft, nur mit dem nötigsten bepackt und einige haben in den Einsatzländern oder -stellen echt große Probleme. Dann ist auch noch die halbe Familie daheim in Deutschland krank und/ oder kämpft sich von Tag zu Tag. An Euch meine Herzen: haltet durch und fühlt Euch ganz fest gedrückt, das Leben ist schön, auch wenn es sich manchmal ganz schön dumm anstellen kann!
Und in 19 Tagen werfe ich mich schon ins Flugzeug. Bis dahin gehts aber nochmal nach Sofia, Bulgarien, zu einer Slava und zu einem Abschiedsfest. Ein bisschen was zu schreiben finde ich also noch...
Wunderbare Bilder wieder einmal. Das Wursthaus würde Maxe liebe, ganz im Gegensatzt zu H&M ...
AntwortenLöschenIch hoffe die Freiwilligen in Ägypten können bald "aufatmen", aber auch solche negativ "Abendteuer" haben irgendwann ihr gutes, so blöd das jetzt klingen mag.
Sofia - das steht auch ganz weit oben auf meiner Liste, seuuufzzzz ... beamen klappt immernoch nicht. Aber ich freu mich schon auf deinen Bericht und deine Fotos.
Liebe Grüße auch von Nico, die liest auch deinen blog mit.
Ganz viel Drückerei aus Cottbus!!!