Ich entschloss mich in der letzten Woche der serbischen Weihnachtsferien, nach einem ausgiebigen Besuch bei meiner Schwester, Neues zu sehen. Diese Entscheidung verzögert zwar das ein oder andere Wiedersehen, dafür wird der Krach, den wir dann lassen werden, nur umso beeindruckender!
Die erste Station meiner Reise war
WIEN, wie bereits zwischengemeldet. Mit dem Zug ging es in die Stadt des Walzers, übernachtet wurde für 11€ die Geisterstunde im
Meininger Hotel an der Raaber- Bahn- Gasse. Wem das jetzt irgendwie bekannt vorkommt, der darf sich bestätigt fühlen, denn diese Gasse hatte in der Tat einen Hauch Rotlichtatmosphäre. Dafür lag das alles direkt an einer U-Bahn Station und die Tageskarte für den Wiener Nahverkehr kann ich nur jedem ans Herz legen!
Wien also. Am ersten Abend wagte ich mich bei lockeren 10°C im Pullover raus um die Stadt zu erkunden. Perfekt für mich: Bus, Tram und U-Bahn überall und mit dem 24h-Ticket fahrbar. Verlaufen also nicht möglich, dafür bin ich in einen ziemlich langen Regen geraten und war pitschnass. Wien ist wirklich eine wundervolle Mischung. Man bekommt alles von großen, reich verzierten und toll beleuchteten Theatergebäuden bist zum schrillen oder sogar ein wenig düsteren Ambiente. Die österreichische Hauptstadt hat mich wirklich begeistert und ich wette man kann dort eine ganze Menge Zeit mit Müßiggang verbingen.
Was mir auffiel: Wien spricht viele Sprachen und auch wenn mein Ohr nicht so geübt ist, klangen Viele davon für mich äußerst slavisch.
Was ich nicht wusste: Wien liegt östlicher als Prag (was übrigens genau auf gleicher Höhe mit Cottbus liegt).
Ganz billig ist es natürlich nicht, aber mann muss ja nicht für jede Mahlzeit ins Restaurant gehen. Ich habe die meiste Zeit draußern verbracht um Eindrücke zu sammeln, ich kann aber auch noch die Straßenbahnlienien 1 und 2 empfehlen, die einen Kreis um die Innenstadt ziehen und an vielen der wichtigsten Gebäuden vorbeifahren.
Sonst war ich noch im Freud-Museum. Dass die Couch nicht da ist, wusste ich bereits (die ist in London, weil er die ins Exil mitgenommen hat). Aber da zu sitzen wo der gute Siggi in verkrampfter Haltung las, hat schon was, schlließlich geht Vieles aus meinem Berufsfeld irgendwie auf ihn zurück... Desweiteren war ich im
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| Schloss Bellevedere |
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| an der spanischen Hofreitschule |
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| mehrfach in der Karlsstraße (Knjez Mihailova lässt grüßen) |
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| am Rathaus |
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| an der Oper |
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| an der Universität |
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| im Stephansdom |
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| am Hundertwasserhaus |
am Burgtheater usw.
Während ich durch Wiens Straßen pirschte, überkam mich seltsamerweise ein großes Verlangen Paris wiederzusehen. Das kommt also wieder auf die Liste (kommt jmd. mit?). Und nach Wien will ich auch auf jeden Fall nochmal zurückkommen!
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| Kunst zum Durchlaufen. Auf sowas steh ich ja ;) |
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| Nachts an der Donau 1 |
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| Nachts an der Donau 2. Ich möchte mich permanent selbst beglückwünschen für dieses Bild! |
Mit Verspätung und einer Menge nervösen Gezappels kam ich in Ljubljana an. Ganz Slowenien hat im Übrigen genau so viele Einwohner wie Wien. Das Wappentier der Stadt ist ein Drache- da konnte ich mich ja gar nicht anders als wohl fühlen. Sogar die Mülltrennung wurde von einem Drachen erklärt
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| Ist das nicht ein schöner Drache!? |
Ljubljana ist recht klein und irgendwie wie ein bisschen verzaubert. Der kleine Fluss, der durch die Stadt fließt, die Ruhe, die Burg hoch über allem...
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| Draußen am Fluss |
Auf selbige Burg bin ich auch hochgekraxelt und wenn das mit dem Video endlich irgendwie klappt, kann man auch sehen, dass ich unglaubliches Glück mit dem Wetter hatte. Wir haben unser Mittag (Pizza mit Quark drauf...) in der Sonne am Fluss genossen und oben auf der Burg wurde mir dann sogar richtig warm in der Sonne.
Sonst kann ich nicht so viel mehr über Ljubljana sagen, außer dass es mir sehr gut gefallen hat und ich gern nochmal dahin zurückkommen würde. In dieser Stadt kann man sich bestimmt super entspannen!
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| Nachts am Laibach |
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| Man soll sein Glück ja nicht auf die Probe stellen, aber mir gefällt das Bild von Wien so gut, dass ich es einfach immer weiter probieren musste. Allerdings spinnt meine Kamera seit Wien irgendwie... |
Über Nacht mit dem Zug ging es dann zur letzten Station: Sarajevo. Aufgrund der Tatsache, dass ich morgens um 6 ankam und einiger physischer Widrigkeiten beschloss ich mich, mein Rom-Syndrom zu vermeiden und mir anstatt irgendwann am Abend eine Couch, lieber ein echtes Hostelzimmer in der Stadt zu nehmen. Eine Investition, die sich definitiv gelohnt hat!
Zu dem Hostel kam ich, indem ich in einem Reisebüro einfach nach einem fragte. Die Frau hinter dem Schreibtsisch nahm mich ins Schlepptau und zog mich in das Reisebüro nebenan. Wenn man dort durch eine Hintertür ging, kam man in ein Hostel, direkt in der Innenstadt. Einziges Manko: das Hostel hatte noch nicht offiziell eröffnet. Nachdem ich da einmal drin war, hatte ich auch nicht so richtig die Chance mir noch eine Alternative zu suchen.
Angeblich beherbergten die Herrschaften öfter einzelne Reisende, aber dann wurde mir interessanterweise ziemlich häufig erklärt, ich sei die erste, die das und das benutzen würde. Mein Zimmer war im dritten Stock, die Toilette auf meiner Etage konnte man von außen zuschließen, aber nicht von innen- und die Spülung ging nicht. Die einzige beuntzbare Toilette war im Ergeschoss, die Dusche wiederum im 2. Stock und der Gemeinschaftsraum in dem einige Steckdosen nicht gingen im 5. Ich war ganz allein in der Hütte. Und weil ich am nächsten Morgen auch um fünf auschecken musste, bekam ich den Haustürschlüssel in die Hand gedrückt- ja, der Balkan hatte mcih wieder.
Sarajevo selbst ist anders, als alles- was ich bisher gesehen habe. Die Altstadt stammt aus der Zeit der osmanischen Herrschaft über das Gebiet
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| Die Altstadt |
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| Ganz viele tolle Metallsachen und Schmuck, aber eben auch kunstvoll hergerichtete Patronenhülsen... |
und die ganze Stadt ist durch ihre Mischung aus Moscheen, Synagogen und Kirchen geprägt. Eine sehr, sehr spannende Angelegenheit!
Bedrückend fand ich das Wissen, das während des Krieges in den 90ern sich Scharfschützen in den Sarajevo umschließenden Bergen postiert hatten und die Stadt in die Zange nahmen. Sarajevo befindet sich wirklich in einem Kessel, aus dem es unter solschen Umständen so gut wie kein entrinnen gibt. Die Friedhöfe kommen noch dazu. Teilweise hatte ich den Eindrück die letzten Ruhestätten wären nach Jahren sortiert, weil viele ähnliche Jahreszahlen in ihrem Sterbedatum haben.
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| EINER der Friedhöfe |
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| und beim genaueren Hinsehen... |
Zum Schuss hat es dann auch noch geschneit und es war zwar nicht alles perfekt, aber Sarajevo hat auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wenn das Wetter so ist, dass man dann auch noch die Natur rundherum genießen kann, komme ich auch hierher gern nochmal zurück!
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| Und wieder die Flussbilder... |
Zusammengefasst habe ich ca. 2000km zurückgelegt, ziemlich viel Geld verbraten und noch mehr gesehen. Jetzt bin ich wieder zurück in Valjevo und beeindruckt wie schnell mich der Alltag zurück hat. Es tut gut meinen eigenen Raum für mich zu haben, auch wenn die Stadt nach wie vor nichts außer der Arbeit für mich bereit hält. Dafür habe ich in den nächsten vier Wochen ne Menge zu tun und muss den trägen, unkreativen Schülerlein nochmal ganz schön einheizen, aber das wird schon. Zu Campus-TV Zeiten haben wir ganze Sendungen innerhalb von zwei Tagen auf die Beine gestellt ;)
Das sind also die nächsten Highlights: mein Projekt mit den Schülern, zwischendurch noch Pristina, dann kommt endlich der Besuch und dann sind sechs Monate Serbien auch schon fast rum. Bis dahin: Priatno!
Vielleicht sollte ich einige von Deinen Stationen in meine (Rück)Reiseroute einbauen! Tolle Fotos, die machen echt Lust auf hinfahren.
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