Damit die Schüler das Leben auch mal leicht nehmen können waren ab Donnerstag letzter Woche ganze vier Tage Herbstferien. Damit hatte auch ich zwei Tage mehr zu meiner freien Verfügung. Ich weiß inzwischen, dass mein ursrünglicher Plan, alle Nachbarländer Serbiens zu berreisen etwas zu hoch gegriffen ist. Trotzdem sollte man ja nie aufhören sein Ziel zu erreichen. Gesagt, getan: Mit dem Plus an Zeit beschloss ein weiter entferntes Ziel in Angriff zu nehmen: Zagreb. Welch glücklicher Zufall, dass dort auch zwei kulturweit Freiwillige leben, die mir Unterschlupf gewährten...
| Ausblick vom Balkon der beiden. Der Balkanherbst bleibt echt schön! |
Nach acht stunden Busfahrt und einer Stunde an der kroatischen Grenze war ich da: in der Geburtsstadt der Krawatte, des Füllfederhalters und des Lebkuchens (aber da bin ich mir nicht so sicher). Der Abend endete in einem sehr gelungenen Kochexperiment. Einbrenne ist gar nicht soooo schwer, wie andere immer tun. (Bevor wieder bestimmte Personen fragen: Spinattagiatelle mit Käsesahnesauce). Der nächste Tag lief auch ganz entspannt an, dann gings die Stadt belunzen. Die Kathedrale der Stadt muss wohl immer einen der beiden Türme verhüllt haben, ganz ohne gibts die nicht.
Zagreb ist eine sehr schöne Stat mit liebevoll und sehr gut restaurierten alten Gebäuden. Die Straßen der Innenstadt sind aus Kopfsteinpflaster, es gibt viele Cafés und Restaurants. Im Vergleichzu Belgrad hat man hier eindeutig das Gefühl im Westen zu sein. Alle großen Konzerne sind vertreten, schwedische Klamottenläden, Deutsche Schienenbeförderung- einfach alles. In Belgrad gibts wenigstens nur alle Banken, die man sonstwo auch findet...
| Das Bild erinnert mcih ein bisschen an Erfurt... |
| Ich LIEBE diese orangene Nachtbeleuchtung wirklich ungemein! |
| Ein Eindruck von unserem Ausflug ins Zagreber Nachtleben |
Wenn ich schon einmal die Grenze in den Westen überschritten habe, kann man das auch noch weiter tun. Im Kopf hatte ich das Ostseegefühl mit Schuhen in der Hand, Füßen im Wasser und Wind und Sand in den Haaren. Von Zagreb mit dem Bus am günstigsten zu erreichen ist Rijeka.
Früh um vier standen wir auf und kamen in den Genuss der zweiten Busart mit der man reisen kann: Minibus. Hier passen maximal acht Personen rein, er ist wesentlich günstiger und die Fahrer fahren.. naja, sprechen wir nicht davon. Wir fuhren auf jeden fall hin und zurück für den Preis, den wir mit den großen Bussen in einer Richtung bezahlt hätten.
| Wir sind 550 Stufen hochgeraxelt... |
| ...um auf diese Burg zu kommen... |
| ... und diesen Ausblick zu genießen. Der schönste Meer-Moment, den wir an dem Tag hatten! |
| Noch ein kleiner Eindruck von der Stadt... |
Rijeka kann seine quasi- Nachbarschaft zu Italien nicht verleugnen. An Berghänge gebaut ist die Stadt so mediterran, wie ich noch keine hier gesehen habe. Bekannt ist die Stadt als Zentrum des Karnevals in Kroatien. Strand oder Küste gibt in Rijeka dafür leider so gut wie gar nicht. Die ganze Küstenzeile wird von einem Industriehafen genutzt. Wir haben wirklich versucht etwas wie Ufer zu finden, aber Fehlanzeige. Gemütlich essen gehen hat sich in Rijeka auch als schwierig herausgestellt. Für 10€ pro Nase hätten wir was Essen können oder uns in eins der Caffé/ Bars- Dinger setzten können (davon gibts irre viele).
Inzwischen komme ich auch wirklich mit den Währungen durcheinander. In Kroatien zahlt man mit Kunar (1€=7,5kn). Ich sprach zwischenzeitllich von Dinar, aber auch Kronar. Bosnische Mark hatte ich auch noch im Portemonnaie- mal sehen was noch dazukommt.
Sonntag bin ich dann um neun in den Bus gehüpft und war um sechs wieder in Valjevo. Ich habe an dem Wochenende insgesamt 22Stunden im Bus verbracht. Dafür, dass ich Busse nicht leiden kann, verbinge ich im Ausland immer ziemlich viel Zeit in den Teilen. Dafür werden die Stempel in meinem Reisepass immer mehr :)
Eine kleine Besonderheit hat sich auf der Heimfahrt noch ereignet: Ich habe schon davon gehört, dass im Herbst in Serbien viele Stoppelfelder angezündet werden um den Boden Fruchtbar zu halten. Wenn man nachts mit dem Bus an sowas vorbeifährt sieht das allerdings schon sehr beeindruckend aus. Leider kann man das aus einem fahrenden Bus schlecht fotografieren, aber so ungefähr sah's aus:
Beste Grüße an die Welt da draußen!
tolle fotos. und ja, das sieht wie erfurt aus :-)
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