Dienstag, 22. November 2011

BelGREAT! und Novi Sad

Man verzeihe mir das nicht sonderlich schöngeistige Wortspiel, aber hinter mir liegt ein wirklich schönes Wochenende! Es ist kühl geworden und die Temperaturen schaffen es kaum noch über den Gefrierpunkt. Erste Eiszapfen unter den tropfenden Außenteilen der Klimaanlagen habe ich auch schon entdeckt.
Freitag ging es nach Belgrad und der Abend war ganz gemütlich: Essen in einer kleinen, verrauchten serbischen Kneipe und gemeinsames Biertrinken bei der Mitfreiwilligen um die Ecke. Am nächsten Tag ging genauso alles ruhig los und unser Weg führte uns nach Novi Beograd (Neu Belgrad). Im Internet war von einem Flohmarkt die Rede, gefunden haben wir einen ziemlich großen aber ganz normalen Markt. Auf dem Weg dahin gab es schon allerlei Krimskrams auf ausgebreiteten Tüchern zu kaufen, der Markt selbst war ein befestigter Martplatz mit inenander verschachtelten Buden. Von Lebensmitteln, über Möbel und leider sogar bis hin zu ganz kleinen, zitternden Damlamtinerwelpen (das war eine RIESEN Überwindung daran vorbeizugehen!) gab es alles. 
Und jetzt entschlossen wir uns zu einem Paradox: Da wir nichts brauchten und nichts kaufen wollten, verließen wir den Markt und entschieden uns in das nahe Shoppingcenter zu gehen... Das scheint auch wahrhaftig gern getan zu werden, denn da war einiges los. Eine richtig tolle heiße Schokolade später (irgendwie ne Mischung aus dem Puddingzeugs und geschmolzener Schokolade) suchten wir nach Mützen und dann wollten wir ins Kino. Auf dem Weg dahin fiel die Temperatur merklich und mit einem Mal musste sich auch der dichte Nebel der letzten Tage irgendwo ankuscheln:
Neu Belgrad im Nebel

und auf einmal war alles weiß

und eisig.

In der Luft sollte The Help sein, ein gaaaaaaanz toller Film über die Lebensweise schwarzer Haushälterinnen in den USA der 1960er Jahre- perfekt geeignet um das Filmjournal wieder zu beleben! Allerdings mussten wir feststellen, dass es hier zwei Arten gibt ins Kino zu gehen: normal (ca. 4€) und als VIP (ca. 9€). Letzteres, so stellen wir nach ein wenig unüberlegtem Schnellentschluss fest, findet in einem eigenen Kinosaal statt, mit mehr Platz, mehr Armlehne, zwei kostenlosen Getränken (das zweite kann alles, sein- was man auf der Karte findet) und einer Riesenportion Popcorn pro Nase. Schade nur, dass das Popcorn hier immer salzig ist...
Der Film war toll, danach bummelten wir zurück in die WG, palaverten noch ein wenig mit den Mitbwohnerinnen, führten uns gegenseitig die Lieblingsmusiken vor (ich gab: Tim Fischer, Nick Cave und Katzenjammer und hörte k.d. lang,einige serbische Liedlein und noch viel mehr woran ich mich leider nicht mehr erinnern kann).
Am nächsten Tag stand Novi Sad auf dem Plan. Die Busfahrt durch die autonome Provinz Vojvodina war eher langweilig, da ist alles ganz schön flach... In der zweitgrößten Stadt Serbiens angekommen sind wir einmmal quer durchgelaufen. Von der Alttadt:
Wieder alles sehr hübsch, 'österreichisch' sagt man hier auch

Ich kann mir richtig vorstellen, dass sich die vielen Studenten hier wohl fühlen!

bis zur wirklich großen Festungsanlage in der auch jedes Jahr das EXIT-Festival stattfindet und so wie es dort aussieht lohnt sich der Festivalbesuch bestimmt!
Die Festung, riesengroß u.a. wohl auch an die 60km Tunnel usw.

Die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert und lecker gegessen haben wir auch-nur irgendwie bleibt mir noch eines der serbischen Spezialitäten verwehrt: Sarma (serbische Krautroulade), ich gebe aber nicht auf!
Zurück in Belgrad trennten sich unsere Wege und ich hatte irgendwie einen Lauf-Lauf. Ich bin insgesamt fast zwei Stunden durch das abendlich klirrende Belgrad gestiefelt, habe mir den Sava-Tempel im Dunkelmunkel angeschaut und es irgenwie einfach genossen mich sehr lebendig zu fühlen.
Das Parlamentsgebäude von Belgrad

...und der Sava- Tempel
Nach wiederum einer kürzeren Nacht ging es für mich zum Chef, und noch eine Etage höher und auch schon einen Schritt in die Zukunft. Alles fein und gut, in Belgrad sein war ja bisher auch noch nie doof! Wie auch, bei den Leuten dort ;D
Abends um sieben war ich dann wieder in Valjevo, habe noch schnell den Unterricht vorbereitet, inzwischen sind es schon 10 Stunden, die ich die Lehrer unterrichtet habe (5 Wochen!) und dann noch eine Präsentation über Leipzig zusammengesucht, die ich dann heute morgen gehalten habe. Ganz schön geschäftig das alles (heute sind es übrigens genau 9 Wochen Serbien für mich), Freitag gehts zum -kulturweit- Zwischenseminar nach Sombor. Irgendwann zwischendrin muss ich aber noch mal schlafen...

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